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IMPULSLETTER #14
Februar 2019

Der Diamant-Prozess: ein brillantes Selbstcoaching-Tool

Von einer Konferenz in Sofia konnte ich letztes Jahr viele Inputs, Ideen und lösungsfokussierte Werkzeuge mit nach Hause nehmen. So präsentierte u.a. der italienische Trainer und Coach Marco Matera in seinem Workshop ein Selbstcoaching-Tool: Auf einem A4-Blatt zeichnete er in bestimmte Felder mehrere spezifische Fragen ein, die man im Zuge eines Selbstcoachings für sich beantwortet, um so neue Lösungen zu entdecken.

Auf dem Weg in die Negativspirale

Schon kurze Zeit nach der Konferenz «schenkte» mir eine berufliche Herausforderung die Gelegenheit, dieses Instrument an mir selbst zu testen. Auf der Heimfahrt von einem Workshop waren meine Gedanken und emotionale Stimmung auf Talfahrt. Neben vielen positiven Rückmeldungen zur Art und Weise, wie ich das Seminar gestaltet habe, gab es auch kritische Stimmen über Inhalt, Themen und Nutzen.

Ich ertappte mich, wie ich innerlich zunehmend in eine Negativspirale fiel, meine Kompetenzen und Ressourcen anzweifelte, mich hinterfragte, Zweifel aufkamen und vermeintliche Defizite immer grösser wurden. Wie konnte ich diese Dynamik stoppen? Ablenkung? Mit jemandem darüber sprechen? Leider war niemand da und ich wollte vorwärts kommen.

Ein erster Selbstversuch mit dem Selbstcoaching-Tool

Zu Hause erinnerte ich mich an das Modell des italienischen Kollegen, nahm es zur Hand und begann die Felder für mich auszufüllen. Sofort merkte ich, wie gut mir die unterschiedlichen Fragen taten, und ich von meinem negativen Denken ins Handeln kam und sich meine Konstruktionen in Richtung einer bewussten, lösungsorientierten Zukunft entwickelten.
Die Worte purzelten nur so aus mir heraus und schon bald waren einige der Felder voll geschrieben – ich benötigte mehr Platz. So kam mir der Gedanke, auf einem neuen Blatt Papier in die Mitte einen Diamanten zu zeichnen und an dessen Kanten die Felder für die Fragen anzusetzen. So entstand ein nach allen Seiten offenes MindMap mit einem für mich schier endlosen wirkenden Platz zum Schreiben.

Weiterentwicklung zum Modell des «Diamant-Prozesses»

Von Minute zu Minute ging es mir besser, ich erinnerte mich an meine Fähigkeiten, entdeckte Vorteile, nächste Schritte und stieg auf der Skala «Wo stehst du jetzt?» unaufhaltsam nach oben. Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass da für mich etwas Wertvolles am Entstehen ist.

In den nachfolgenden Monaten flossen weitere Erfahrungen aus verschiedenen Praxissituationen in das Selbstcoaching-Tool mit ein und bei einem Fachaustausch entwickelte sich das Werkzeug zu seiner heutigen «diamantenen Form» – das ich gerne an dieser Stelle mit Ihnen teile.

«Der Diamant-Prozess»: Kurze Anleitung und Vorgehen

In diesem Selbstcoaching-Tool beantworten Sie für sich – Schritt für Schritt oder auch wahllos durcheinander – schriftlich insgesamt sechs Fragen (davon eine Fingerskala-Frage). Dabei kann es sein, dass Ihnen bei der Beantwortung einer Frage plötzlich noch etwas zu einem anderen Aspekt einfällt – dann einfach im entsprechenden Feld notieren.

Nehmen Sie dazu ein Blatt Papier und zeichnen in der Mitte Ihren Diamanten ein, so dass sich an den Kanten/Rändern in alle Richtungen die entsprechenden Felder ergeben für Ihre persönlichen Gedanken, Ideen, Wünsche, Ziele etc.

1 I Was wollen Sie? Was ist Ihr Ziel?

Starten Sie mit der Frage: Was wollen Sie? Angenommen, Sie haben alle Schwierigkeiten und Probleme gemeistert, was ist Ihre kühnste Hoffnung für die Zukunft? Wohin oder was wollen Sie für sich? Schreiben Sie Ihr Ziel unbedingt auf! Wünsche sind Vorboten von Fähigkeiten.

2 I Wo stehen Sie jetzt?

«Fingerskala 1 bis 10» (10 = gewünschte Zukunft ist eingetreten; 1 = absolutes Gegenteil davon). Überlegen Sie sich, wo Sie auf dieser Skala gerade in bezug auf Ihr Ziel bzw. was Sie wollen befinden und halten Sie den Finger spontan auf diese Zahl. Fokussieren Sie dabei, was bereits da ist und nicht auf das, was fehlt. Auch wenn Sie erst auf einer 2 sind, so ist doch etwas mehr da als bei 1.

3 I Was funktioniert?

Fragen Sie sich: Was für Beispiele aus der unmittelbaren Vergangenheit gingen schon ein klein wenig in die gewünschte Richtung? Wo und wann haben Sie in Ihrem Leben bereits einmal eine ähnliche Situation erfolgreich gemeistert? Und wie haben Sie das gemacht? Diese Frage steht unter dem Stern und Leitsatz von Steve de Shazar: Wenn es funktioniert, mach mehr davon. Wenn das, was du tust, nicht funktioniert, dann mach etwas anderes.

4 I Was sind Ihre Ressourcen?

Welche Ihrer persönlichen Stärken, Fähigkeiten, Talente, Mittel, Menschen fallen Ihnen dazu ein? Beachten Sie dabei: Stärken stärken schwächt Schwächen!

5 I Was sind die nächsten konkrete Schritte?

Was wären für Sie mögliche nächste Schritte? Überlegen Sie konkrete Massnahmen, nächste Schritte und erstellen Sie eine Liste mit allen möglichen Massnahmen oder Ideen – wovon auch einige ganz abgehoben, gesponnen oder unrealistisch sein können.

Wenn Sie keine zündenden Ideen haben, könnten Ihnen eventuell folgende Fragen oder Vorstellungen weiterhelfen: Stellen Sie sich vor, Sie wären auf der Skala bereits einen Punkt höher, als Sie jetzt sind...

  • woran würden Sie das feststellen?
  • was würden Sie anderes tun?
  • woran werden es andere merken, dass Sie für sich einen Schritt weiter gekommen sind?
  • was wäre ein erstes kleines Zeichen dafür, dass Sie schon unterwegs sind, den ersten Schritt zu tun?
  • wer / was könnte Sie bei Ihrem ersten Schritt unterstützen?


6 I Welche Vorteile ergeben sich?

Welche Vorteile ergeben sich für Sie oder auch für andere, wenn Sie bei diesem Thema weiter kommen oder gar Ihr Ziel erreichen?


Zum Download auf meiner Webseite

Wenn Sie Interesse haben, das Selbstcoaching-Tool mal für sich anzuwenden bzw. die Grafik ausdrucken möchten, finden Sie alle Informationen auf meiner Webseite als PDF-Download >>>.

Die ausführliche Anleitung mit der Übersichtsgrafik (PDF) findet sich ebenfalls auf der Webseite >>>

Ich freue mich über Ihre Rückmeldungen und wünsche viel Freude, Leichtigkeit und persönliche Brillanz.

Winterliche, kristallklare Grüsse

«Hör auf ein Gefangener Deiner Vergangenheit zu sein.
Werde der Architekt Deiner Zukunft.»

Robin Sharma

ALLGEMEINE HINWEISE

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