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IMPULSLETTER #15
Juni 2019

Was macht ein gut funktionierendes Team aus?

Diese Symbolik ist Ihnen sicherlich nicht fremd: Ein gutes Team funktioniert analog dem Zusammenspiel verschiedener Zahnräder. Dabei steht jedes für ein Teammitglied. Damit das Gesamtkonstrukt – ob Team, Unternehmen oder Organisation – funktioniert, ist jedes einzelne Zahnrad wichtig und trägt jedes Rad zum Gelingen des Gesamten bei. Nur wenn alle Zahnräder sich reibungslos drehen und ineinander greifen, funktioniert auch das gesamte Konstrukt effizient und wirksam.

Eindrücklich umgesetzt hat diese Analogie das «Chlösterli» in Unterägeri, indem es im Eingangsbereich ein Räderwerk installiert hat (s. Abb.). Jedes Zahnrad steht dabei für ein/e Mitarbeitende/n, die Abteilungen sind mit unterschiedlichen Farben markiert. Eine sichtbare und plastische Umsetzung des gelebten Leitbildes und Selbstverständnisses.

Greifen zwei Zahnräder nicht nahtlos und gezielt ineinander, werden sie sich im Laufe der Zeit abnutzen und eventuell sogar verkanten. Man könnte auch sagen: «Da ist Sand im Getriebe».
Was es bei aufkommender Reibung braucht, ist ein gutes Schmiermittel. Das Schmiermittel für Teams ist eine wirksame Kommunikation zwischen den Menschen – und eine lösungsfokussierte Haltung, denn die Erfahrung zeigt: In jedem noch so guten Team gibt es Konflikte und Auseinandersetzungen.

Lösungsfokussierte Haltung als Schmiermittel für gut funktionierende Teams

Nach dem Teammodell des US-amerikanischen Experten und Autors für Teammanagement Patrick Lenconi sind fünf Eigenschaften wichtig, damit ein Team erfolgreich sein kann:

  • Gegenseitiges Vertrauen
  • Kommunikations- und Konfliktfähigkeit
  • Gemeinsames Comittment
  • Übernahme von Verantwortung
  • Ziel- und Ergebnisorientierung
     

Ist sich ein Team seiner eigenen Kommunikationsweise bewusst, ist bereits ein erster wichtiger Grundstein zum Erreichen der fünf Kriterien gelegt. Aus meiner Erfahrung spielt jedoch noch etwas anderes eine wichtige Rolle: eine lösungsfokussierte Haltung. Dabei steht diese für mehr als nur für positives Denken. Sie wirkt im Alltag ebenfalls auf die Teamkommunikation und äussert sich längerfristig in einer wertschätzenden, konstruktiven und zukunftsorientierten Art zu handeln und zu kommunizieren, die durchaus auch mal kritisch oder konfrontativ sein kann. Ist diese Haltung erstmal im Team verankert, entwickelt sich Schritt für Schritt – quasi wie von selbst – ein vertrauensvolles, konfliktfähiges und verantwortungsvolles Klima und Miteinander. Doch wie entwickelt sich ein Team in diese Richtung?

Teamentwicklung oder besser: Regelmässige Boxenstopps für Ihr Team

Gut funktionierende Teams sind wie Autos. Wenn wir ein Auto fahren, ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, dieses regelmässig in den Service zu bringen, um die Fahrtüchtigkeit zu erhalten. Analog verhält es sich mit der Funktionstüchtigkeit von Teams: Sie brauchen regelmässig Aufmerksamkeit, vielleicht auch mal einen Impuls und vor allem ein «Sich-für-einander-Zeit-Nehmen».

Dabei geht es insbesondere darum, gemeinsam immer wieder herauszufinden, was funktioniert, wie die Teammitglieder miteinander kommunizieren und agieren, wie sich das Team gegenseitig gezielt unterstützen und wie ein klarer Fokus für die Zukunft gefasst werden kann. In der Fachsprache nennen wir das Teamcoaching oder Teamentwicklung. Mir persönlich gefällt aber – erneut in Analogie zum Auto – der Begriff «Boxenstopp» wesentlich besser, der vor einiger Zeit in Co-Kreation mit der Leiterin eines grossen Alterszentrum in der Stadt Zürich entstanden ist.

Praxisbeispiel aus einer Teamentwicklung

Es gibt ganz viele einfache Möglichkeiten, wie diese lösungsorientierte Denkweise entwickelt und mit grosser Wirkung eingesetzt werden kann. Seit einiger Zeit wende ich u.a. die folgende Micro-Intervention an:

Drei Personen sitzen jeweils zusammen. Eine Person wendet sich von den anderen beiden ab und schaut weg. Wenn sie möchte, kann sie sich über die Aussagen der anderen beiden Notizen machen. Sie darf jedoch keinen Kommentar abgeben, auch nicht nonverbal. Die andern beiden «tratschen» nun über die dritte Person über folgende Fragen:

  • Was kann sie besonders gut?
  • Was schätze ich an ihr?
  • Was hat sie für Ressourcen, Talente, Fähigkeiten, Stärken?
  • Was erfreut mich besonders an ihr?
  • Wenn ich die Person nicht sehr gut kenne, kann ich mutig Hypothesen aufstellen: „Ich könnte mir vorstellen, dass sie...“

Auch wenn fertig getratscht ist, gibt die betroffene Person vorerst keine Rückmeldung. Danach wird gewechselt. Erst wenn alle drei Personen an der Reihe waren, findet ein Austausch statt über «Wie war das für Dich? Was hat Dich gefreut? Was lernst Du daraus?»

Einfach ausprobieren, Sie werden staunen…

Probieren Sie es mal aus! Sie werden feststellen: Innerhalb von wenigen Minuten verändert sich die Stimmung im Team und im Raum. Die Wirkung bei Menschen und Teams ist stets die gleiche: Man ist erstaunt, wie viele nährende, wertschätzende Aspekte andere Leute über einen erzählen, die einem selbst gar nicht so bewusst sind.

Diese Erfahrungen, diese Art der etwas anderen Kommunikation wirkt wie ein gutes Schmiermittel im Team und hilft schlussendlich auch schwierigere, konfliktreichere Zeiten und Situationen zu bewältigen.

Gönnen Sie sich und Ihrem Team immer wieder mal kurze «Boxenstopps» oder Serviceauszeiten – sei es am Beginn einer Sitzung, bei einem informellen Treffen oder einem ganztägigen Team-Entwicklungstag.

Ich wünsche Ihnen eine erspriessliche Sommerzeit mit sonnenreichen Boxenstopps

Eugen Staub

 

Wenn Sie Lust haben, sich mit anderen lösungsfokussierten Menschen auszutauschen oder mehr aus der Praxis zu erfahren, dann kommen Sie zum nächsten SOL-POOL am 1. Juli 2019 (14.00-17.00 h) in Luzern. Alle Infos & Anmeldung >>>

Übrigens soll nicht unerwähnt bleiben, dass das oben abgebildete Foto familiären Ursprungs ist. Mein zweitältester Sohn kaufte kürzlich mit Freunden einen 3D-Drucker und nach elfstündiger Programmierarbeit spuckte der Drucker dieses sensationelle Zahnrad-Gebilde aus. Das Faszinierende: Es dreht sich reibungslos…

«Wenn Du in einem Loch sitzt, musst Du zuerst mit dem Graben aufhören.»

Japanisches Sprichwort

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