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IMPULSLETTER #16
Oktober 2019

Rugby – Vorbild für erfolgreiche Teamarbeit?

Was kommt Ihnen beim Begriff «Rugby» als allererstes in den Sinn? In Japan findet zurzeit die Rugby-Union-Weltmeisterschaft statt, nach der Sommer-Olympiade und der Fussball-WM immerhin das drittgrösste Sportereignis der Welt. Wann immer möglich, verfolge ich diese, aus meiner Sicht faszinierenden, echten und brachialen Wettkämpfe am TV.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass es sich bei Rugby um einen brutalen Kontaktsport dreht. Weit gefehlt! Denn je flinker ein Spieler die Gegner umläuft, um den Ball im entscheidenden Moment einem Teamkollegen zuzuwerfen oder zu kicken, desto eher wird die Mannschaft gewinnen. Da Körperkontakt jedoch unvermeidlich ist, braucht es ein klares Regelwerk. Fairplay ist extrem wichtig. Respekt wird gross geschrieben. Und so passiert es im Rugby praktisch nie, dass Spieler zum Schiedsrichter rennen und Entscheide anzweifeln.

Spielregeln gemeinsam aufstellen und einhalten…

Was können wir von diesem Mannschaftssport für die Teamarbeit im beruflichen Kontext übernehmen? Jedes Team steht – unabhängig von Aufgabe, Zweck und Zielsetzung – vor der Aufgabe, Regeln für die Zusammenarbeit aufzustellen, damit die Teammitglieder optimal zusammen funktionieren können und nicht gegeneinander (an)kämpfen.

Die formellen «Spielregeln» sind in Arbeitsverträgen, Betriebsreglementen u.a.m. definiert. Hier geht es um die sachliche WAS-Ebene. Die Regeln sind klar und bei Nichteinhaltung sind die Konsequenzen meist transparent.

Von wesentlich grösserer Bedeutung ist die viel anspruchsvollere WIE- oder Beziehungs-Ebene. Welche Haltungen regeln das zwischenmenschliche Verhalten? Wie definieren wir Fairplay? Getraue ich mich offen und ehrlich zu sein oder bespreche ich Probleme lieber ausserhalb? Setze ich mich für das übergeordnete Ziel ein oder kritisiere ich ständig – die Anderen oder Nicht-Anwesenden oder gar die strategische Ausrichtung des Unternehmens?

Regeln vereinbaren für die WIE-Ebene

Je nach Situation kann es sehr hilfreich sein, dass sich ein Team Gedanken macht, WIE man zusammen arbeiten will – und das im Idealfall gemeinsam! Denn, wenn alle voneinander Werte, Haltungen oder Überzeugungen kennen, ermöglicht das in schwierigeren Team-Momenten eine offenere, ehrlichere und förderlichere Kommunikation.

Wenn der Rahmen geregelt ist, kann sachlich gestritten werden. Konflikte können klarer und offener angesprochen und frühzeitig am richtigen Ort besprochen werden – und nicht wie oft: Störendes im Team wird nach aussen getragen und am falschen Platz munter darüber gejammert. Dadurch ändert sich nichts, im Gegenteil: Die ganze Situation wird nur noch schlimmer.

Auseinandersetzungen in Beruf wie auch privat gehören dazu. Sie sollten respektvoll und nicht persönlich geführt werden. So wie im Rugby nur der ballführende Mann attackiert werden darf.

Erarbeiten Sie einen «Team-Knigge»

Bei Teamcoachings nenne ich diesen Prozessabschnitt «Team-Knigge». Damit alle gut mitarbeiten können, braucht es einen vertrauensvollen Rahmen. Wir sammeln zunächst von allen Anwesenden ihre Haltungen, Werte, Spielregeln etc. und visualisieren diese. Oft kommen etwas allgemein-unverbindliche Aussagen wie Ehrlichkeit oder Respekt. Hier frage ich dann ganz spezifisch nach, was die entsprechende Person darunter versteht. Gleichzeitig werden in diesem Prozessschritt auch unterschiedliche Sichtweisen der Anwesenden herausgearbeitet, ausgetauscht und geklärt.

Weiter erscheint mir wichtig zu erfahren, was das Team macht, wenn sich jemand nicht an die Spielregeln hält. Wer spricht es an? Ist es jemand aus dem Team oder eine aussenstehende, „schieds-richtende“ Person?

Solche Knigges sind nicht erst bei Krisen wichtig oder notwendig. Sie erleichtern auch das Zusammenspiel funktionierender Teams und tragen massgeblich zum Erfolg bei. Eine Sammlung von «Team-Knigge»-Beispielen finden Sie hier >>>

Die «dritte Halbzeit» ist besonders wichtig

Im Rugby ist es üblich, dass sich beide Mannschaften nach dem Spiel zum gemeinsamen Essen, Trinken und Feiern treffen. In Rugby-Kreisen spricht man von der so genannten «Dritten Halbzeit». Dieser Brauch lässt sich auch auf ein gefestigtes Team in der Arbeitswelt übertragen: Erfolge sollten gemeinsam mit Anlässen ausserhalb der Arbeitszeit gefeiert und damit auch gewürdigt werden.


Haben Sie Fragen zum Thema Teamentwicklung und Erarbeitung eines «Team-Knigges»? Dann stehe ich Ihnen gerne für weitere Informationen zur Verfügung. Und wenn Sie Lust und Interesse haben, das eine oder andere Spiel der Rugby-Union-Weltmeisterschaften zu verfolgen, hier finden Sie alle Informationen zu den Spielen >>>

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Sport, in der Arbeit und privat – und natürlich immer Fairplay 😀

Eugen Staub

«Nichts stärkt den Menschen mehr als das Vertrauen, das man ihm entgegen bringt.»

A. von Harnack, deutscher Theologe und Kirchenhistoriker (1851-1930)
 

ALLGEMEINE HINWEISE

In unregelmässigen Abständen informiere ich mit diesem Impulsletter über nützliche Entdeckungen, spannende Erfahrungen und lösungsfokussierte Inputs.
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